- Fachschule für Sozialwesen
- Sophienpflege
Gefährliche Mediennutzung, Drogen, junge Mütter und offene Jugendarbeit
Text und Fotos: Steffen Müller
Datum: 12.01.2025
Lesezeit: ca. 2 Minuten
Vielfältige Projektpräsentationen der Oberkurse unserer Fachschule für Sozialwesen befassen sich mit Herausforderungen in der zukünftigen Arbeit.
Jugend- und Heimerzieher*innen finden nach ihrer Ausbildung ein vielfältiges Tätigkeitsfeld vor: von der offenen Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu Hilfen zur Erziehung, wie Wohngruppen und Tagesgruppen. Entsprechend vielfältig sind die Herausforderungen, denen sie im Alltag begegnen. Mit diesen befassen sich Gruppen mit fünf Fachschüler*innen der Oberkurse in ihrer Projektpräsentation. Die Gruppen können ihr Thema selbst wählen, recherchieren, ausarbeiten und in einer lebendigen, durch verschiedene Medien unterstützte Präsentation den Fachschüler*innen der Unterkurse und den Dozent*innen vorstellen.
Bereits in den Wochen davor finden zu den Themen passende Interviews mit Experten statt, wie durch zwei Fachschüler, deren Gruppe sich mit den Fallstricken des Online-Glücksspiels beschäftigten. Sie befragten den Medienpädagogen der Sophienpflege Philip Valic zu Lootboxen, die als glücksspielähnliche Elemente im Gaming-Alltag von Jugendlichen auftauchen. Im Gespräch wurden wesentliche Aspekte wie Prävention, frühe Anzeichen problematischer Nutzung, partizipative Regelgestaltung, pädagogische Gesprächsführung sowie datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen behandelt. Deutlich wurde, dass digitale Glücksspielelemente inzwischen fester Bestandteil der Lebenswelt vieler Jugendlicher sind und im pädagogischen Alltag immer häufiger eine Rolle spielen. Gleichzeitig zeigte das Interview, wie wichtig klare Strukturen, transparente Absprachen und eine gemeinsame Haltung im Team sind. Auch der Einbezug des sozialen Umfelds trägt wesentlich dazu bei, Risikoverhalten frühzeitig zu erkennen und wirksam gegenzusteuern.
Andere Projekte befassten sich mit der Situation junger Mütter, mit offener Jugendarbeit, Drogenproblemen in einer WG oder mit Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern.
Eine weitere Gruppe setzte sich mit selbstgefilmter Kinder- und Jugendpornographie auseinander. Die Story ist schnell erzählt: Eine Schülerin einer Wohngruppe wird von einem Mitschüler aufgefordert, ihm ein Nacktbild von sich über einen Social Media Kanal zu senden. Obwohl sie sich damit nicht ganz wohlfühlt, kommt sie dem Wunsch nach – vertraut sie doch dem Mitschüler, dass er das Foto nicht weiterleitet. Doch genau das geschieht. Es geht ihr zunehmend schlechter. Das Team der Wohngruppe berät, wie der Bewohnerin zu helfen ist. Experteninterviews werden eingeblendet, die die verschiedenen Bezugspunkte u.a. zu Schule, Recht und Gesetz aufzeigen, um eine passende Lösung zu finden.
Ein Erklärvideo war das Ergebnis von Fachschüler*innen, die sich mit dem Thema „Gefährliches Klickvergnügen“ beschäftigten. Sie untersuchten die Gefahr, die durch den unreflektierten und unbegleiteten Konsum von Gewaltvideos ausgeht. Im Internet kursieren viele entsprechende Aufnahmen mit Gewalt, die sich Menschen untereinander antun – live gefilmt und ins Netz gestellt. Die vermeintlich „harmloseren“ Filme zeigen Autounfälle, die extremen Videos zeigen Folter und sterbende Menschen. Durch das Betrachten der Videos passt sich der Algorithmus der Plattform an und es werden immer mehr dieser Videos den Betrachtenden angezeigt. Die Folgen sind vielfältig und solche Videos können zu einer Entfremdung von der Realität führen. Ängste entstehen, während die Hemmschwelle der Betrachtung von Gewaltszenen sinkt. Die vielfältigen Zusammenhänge, Einflüsse und psychologischen Komponenten sowie die entstehende Dynamik und Gefahr wurden durch die sachliche Darstellung im Video gut erklärt.
Am Ende der Projektpräsentationen gibt es Tipps für die Fachschüler*innen der Unterkurse, die sich im Herbst die Themen ihrer Projektpräsentationen wählen werden. Dabei werden sie sich ebenfalls die verschiedenen Aspekte ihres Themas im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe anschauen und Hintergrundinformationen zusammentragen. Sie werden Herausforderungen darstellen, ein passendes Setting erarbeiten, Expert*innen zu Wort kommen lassen und im Alltag anwendbare Lösungen formulieren. So werden die Projekte vielschichtig bearbeitet und können später im beruflichen Alltag direkt angewandt werden.