• Sophienpflege

Jugendliche gestalten ihren Platz beim Dorffest – Palettenprojekt zeigt Entwicklung der Offenen Jugendarbeit in Nehren

Text und Fotos: Steffen Müller
Datum: 09.07.2026
Lesezeit: ca. 3 Minuten

 

Mit viel Engagement, Kreativität und handwerklichem Geschick entstand im Garten des Katholischen Gemeindehauses in Nehren eine Palettenlounge für Jugendliche. Das Projekt ist mehr als nur der Bau eines Sitzmöbels: Es steht beispielhaft für den Aufbau der Offenen Jugendarbeit in Nehren, die seit Dezember 2025 Schritt für Schritt neue Angebote für junge Menschen schafft.

Die Idee hinter dem Palettenprojekt ist einfach: Jugendliche sollen beim Nehrener Dorffest am 18. Juli nicht nur Gäste sein, sondern einen eigenen Bereich haben, den sie selbst mitgestaltet haben. Dort können sie sich treffen, Musik hören, entspannen und gemeinsam Zeit verbringen.

Gemeinsam mit der kommunalen Jugendreferentin der Gemeinde Nehren Laura Wittmann und der Jugendreferentin der Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz bauen Jugendliche die Lounge aus zwölf Europaletten. Nach dem Schleifen, Sägen und Verschrauben werden die Möbel mit Holzlasur behandelt und mit gespendeten Matratzen als Sitzauflagen ausgestattet. Die Paletten wurden von der Rümmelin Baustoffe GmbH gespendet, Dachlatten stellte ein Nehrener Bürger zur Verfügung, weitere Familien spendeten die Matratzen.

Jugendliche Teilnehmerin des Sophiepflege-Projekts beim Bearbeiten von Paletten

Nach dem Dorffest soll die Lounge den Jugendlichen dauerhaft zur Verfügung stehen und perspektivisch an einem zukünftigen Treffpunkt für Jugendliche genutzt werden.

Jugendliche beim Sophienpflege-Palettenprojekt in Nehren

Das Projekt verdeutlicht zugleich, wie sich die Offene Jugendarbeit in Nehren in den vergangenen acht Monaten entwickelt hat. Seit dem 1. Dezember 2025 ist die kommunale Jugendreferentin mit einer 50-Prozent-Stelle für den Aufbau der Offenen Jugendarbeit verantwortlich. Ihr Ziel ist es, Angebote für Jugendliche zu schaffen, sie zu beteiligen und langfristig einen festen Treffpunkt in Nehren aufzubauen.

In den vergangenen Monaten stand zunächst der Aufbau eines tragfähigen Netzwerks im Mittelpunkt. Kontakte wurden zu den weiterführenden Schulen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Vereinen, sozialen Einrichtungen, der Gemeindeverwaltung sowie zur ehrenamtlichen Initiative GoNehren geknüpft. Darüber hinaus fand eine enge Vernetzung mit anderen Jugendreferaten im Landkreis und dem Kreisjugendreferat statt.

Parallel dazu entstanden bereits erste Angebote für Jugendliche. Den Auftakt bildete im Februar eine gemeinsame Pizzaaktion in der Backstube. Es folgten ein Offener Treff im Schwanenkeller, eine regelmäßig stattfindende Mädchengruppe in Kooperation mit der Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz mit gemeinsamen Koch-, Back- und Kreativangeboten sowie eine Cocktailparty im April. Je nach Angebot nahmen bis zu fünfzehn Jugendliche teil, überwiegend im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren.
Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen aber auch, dass der Aufbau von Jugendarbeit Zeit braucht. Regelmäßige Angebote müssen sich zunächst etablieren, Vertrauen muss wachsen und Jugendliche müssen erfahren, dass Angebote verlässlich stattfinden. Besonders deutlich wird dabei, wie wichtig ein eigener Ort für junge Menschen wäre. Bisher finden die Angebote an unterschiedlichen Standorten statt. Ein fester Jugendraum, den Jugendliche mitgestalten und eigenverantwortlich nutzen können, gilt als entscheidender nächster Schritt für die weitere Entwicklung der Offenen Jugendarbeit in Nehren.

Das Palettenprojekt macht deutlich, welchen Weg die Jugendarbeit in Nehren einschlagen möchte: Jugendliche sollen nicht nur an Angeboten teilnehmen, sondern ihre Gemeinde aktiv mitgestalten. Die selbst gebaute Lounge ist deshalb weit mehr als ein Möbelstück – sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Jugendarbeit in Nehren wächst und jungen Menschen zunehmend Raum für eigene Ideen und Begegnungen bietet.

Jugendliche beim Palettenprojekt des Jugendreferats Nehren

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